Am Wochenende führte mich mein Weg an die Mosel auf Schmetterlignstour. Da ich mich dort nicht auskenne, hieß es erstmal die Gegend erkunden und die Berge hochkraxeln. Ich als Flachlandtiroler bin das ja gar nicht gewohnt. Doch was tue ich nicht alles für die kleinen bunten Flieger. Zum Glück ist es bewölkt und die Temperaturen noch erträglich, ein guter Einstieg, Der erste Anstieg ist hart, aber oben angekommen, wartet zu meiner Freude eine kleine Wiese mit Schachbrettfaltern auf mich. Hier kann ich mich erstmal „ausruhen“.

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Schachbrettfalter (Melanargie galathea) im Gras

Aufgrund der Bewölkung und etwas Kühle sind die Schachbrettfalter noch nicht richtig aufgewärmt und hängen zwischendurch lange am Gras. So ist es relativ einfach sie zu fotografieren. Als ich den Weg nach einiger Zeit fortsetze, fliegen auf einem Waldweg der Kleine Eisvogel (Limenitis camilla) und der Kaisermantel (Argynnis paphia). Auch wenn ich davon nur Belegfotos machen kann, bin ich über diese Sichtungen sehr erfreut. Denn diese Falter habe ich bisher nicht bzw. nur sehr selten beobachten können. Auch der Kleine Schlehen-Zipfefalter tummelt sich einige Zeit auf der Kamille. So kann ich den Duft der Pflanze und auch das Fotografieren genießen.

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Kleiner Schlehen-Zipfefalter (Satyrium acaciae) auf Kamille

Am zweiten Tag brennt die Sonne bereits am Morgen vom Himmel. Ein heißer Tag…genau das richtige für Schmetterlinge. Nun sind sie besonders aktiv und man kann sie leichter im Flug entdecken. Das Licht ist an einem sonnigen Tag oft zu hart, so wird es schwieriger schöne Fotos zu bekommen. Doch ich versuche es immer wieder, da für mich das Wesen eines Schmetterlings in seiner Aktivität liegt.

Der Zitronenfalter (Gonepteryx rahmni) ist bei allen bekannt und fast jeder hat ihn schon mal gesehen. Dennoch tue ich mich schwer ihn zu fotografieren. Wenn er schläft, sitzt er gut getarnt in Gebüschen und Bäumen. Durch seine Form und Farbe verschwimmt er mit dem Blattwerk und ist kaum noch zu erkennen. Dann renne ich vermutlich ständig an ihm vorbei. In seiner Aktivitätsphase ist er schnell zu entdecken. Doch er verweilt nur kurz auf einer Blüte und fliegt dann schon wieder weiter. Da wird das Fotografieren zur Geduldsprobe. Ich beobachte den Zitronenfalter einige Zeit. Mir fällt auf, dass er gerne zu den lila Blüten der Lichtnelke fliegt. So warte ich, bis er sich wieder setzt.

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Zitronenfalter (Gonepteryx rahmni) auf Lichtnelke

Bis dato hat sich mein Ausflug schon gelohnt. Der Grund warum ich an die Hänge der Mosel gefahren bin, ist aber der Mosel-Apollo (Parnassius apollo vinningensis) gewesen. Er ist sehr selten und kommt in Deutschland nur an wenigen Orten vor. Die offenen sonnigen Steilhänge der Mosel sowie die Weinbergs Mauern bieten ihm Lebensraum. Am bewölkten Tag habe ich ihn nicht beobachten können, obwohl es auch 25 Grad waren. Aber den sonnigen Tag mit über 30 Grad im Schatten liebt er. Meine Seele macht Luftsprünge als ich ihn sehe. Sieht er durch seine Zeichnung wunderschön schon gar exotisch aus. Die Hitze vor allem in der prallen Sonne macht mir nach kurzer Zeit schon zu schaffen. Ich fühle mich wie ein Grillhähnchen.

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Mosel-Apollofalter (Parnassius apollo vinningensis)

Der Abend klingt ruhig aus auf einer ungemähten Wiese mit Gras und Sommerblumen. Für mich ein seltener Anblick, werden doch viele Wiesen einfach zu früh gemäht und damit den Insekten die Lebensgrundlage genommen.

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Sommerwiese mit Schachbrettfalter

Hier genieße ich die letzten Sonnenstrahlen, bevor ich nach Sonnenuntergang die Heimfahrt antrete.